Arbeitsmarktreform und Zeitarbeit – was soll das? Freie Gedanken zu einem überregulierten Markt

Die Zeitarbeit und das Geschäft mit den Werkverträgen wird reformiert. Wieder einmal! Das „Wie“ ist weitgehend geklärt. Nur das „Wann“ ist noch offen.

Die wichtigsten Neuerungen in der Zeitarbeit betreffen eine absolute zeitliche Obergrenze der Überlassungsdauer von 18 Monaten. Lohngleichheit im Verhältnis zu den Stammarbeitskräften des Kunden soll nach 9 Monaten gewährleistet sein. Ausnahmen sind vorgesehen und möglich.

Die Motivation des Gesetzgebers hinsichtlich der Lohngleichheit mag im Bereich der europäischen Vorgaben liegen. Weshalb aber eine Obergrenze von 18 Monaten bei spätestens dann gleichem Lohn erforderlich sein soll, ist nicht ersichtlich.

Dem Motto „doppelt gemoppelt hält besser“ will der Gesetzgeber hoffentlich nicht entsprechen. Vielleicht hat man im Übereifer des gesetzlichen Regelungsreflexes auch nur nicht genau hingesehen. Man hat den Eindruck, dass die Zeitarbeitnehmer bei vergleichenden Betrachtungen meist den Belegschaften der DAX-Konzerne oder der Automobilindustrie gegenübergestellt werden. Das aber ist nicht opportun, und auch Andere als die Vertreter der Zeitarbeitsbranche würden da schlecht wegkommen.

Sieht man nämlich genau hin, dann stellt man fest, dass

  • nahezu 100 % der Zeitarbeitnehmer nach Tarif bezahlt werden (Gesamt: 63 % im Westen, 49 % im Osten). 
  • 90 % der Zeitarbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind(Gesamt: 78 %).
  • 91 % der Zeitarbeitnehmer in Vollzeit arbeiten(Gesamt: 80 %).
  • 80 der Zeitarbeitnehmer einen unbefristeten Vertrag haben(Gesamt: 55 %).
  • der Lohnanstieg im vergangenen Jahr in der Zeitarbeit durchschnittlich 4,1 % betrug(Gesamt: 1,5%).

Gar keine schlechte Branchenbilanz, oder? 

Nimmt man schließlich zur Kenntnis, dass nur rund 2 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Zeitarbeit tätig sind, dann ist das Argument, Zeitarbeit verdränge die Stammbelegschaft allein aufgrund der absoluten Zahlen nicht haltbar.

Positiv an der Reform ist, dass die Anforderungen an die Professionalität und Rechtssicherheit des Personaldienstleistungsunternehmens mit der Reform weiter steigen werden. Und das ist die Chance für SOMOS, denn SOMOS arbeitet seit jeher so, dass die SOMOS-Berater beim Kunden den Beratungsansatz verfolgen: Rechtssicherheit und Seriösität gehen vor schnellem Geschäft! Immer und ausnahmslos! Und das wird so bleiben. Mit oder ohne Reform!

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